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Landrat Köberle machte sich persönlich ein Bild von der Lage im Schwerpunktkrankenhaus der Region: „Außerordentlicher Dank im Namen der Menschen des Landkreises an das Team St. Vincenz!“

„Ich bin hier, um Dank zu sagen im Namen unserer Bürgerinnen und Bürger. Die gesamte Belegschaft des St. Vincenz macht in diesen Zeiten einen enorm wichtigen Job – das ist nicht selbstverständlich!“ Mit diesen Worten zollte der Landrat des Landkreises Limburg-Weilburg, Michael Köberle, den MitarbeiterInnen der Krankenhausgesellschaft heute, 20. März 2020, bei einem Besuch im St. Vincenz großen Respekt. Er wolle dem gesamten Team des St. Vincenz den Rücken stärken und größtmögliche Unterstützung zusagen. Ohnehin seien er selbst sowie die Vertreter seiner Behörde tagtäglich in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen der Klinik: „Wir müssen gut und eng zusammenstehen, um die Versorgung für die BürgerInnen bestmöglich vorzubereiten und damit die Auswirkungen der Corona-Pandemie so gering wie möglich zu halten. Deshalb arbeiten wir Hand in Hand,“ so Köberle.

Landrat Köberle im Gespräch mit der Krankenhausleitung des St. Vincenz - im Bild der Ärztliche Direktor, Privatdozent Dr. Michael Fries, ganz rechts Geschäftsführer Guido Wernert. Nicht im Bild Pflegedirektorin Martina Weich und die Betriebsratsvorsitzende Gaby Schäfer, die dem Gespräch ebenfalls beiwohnte.

„Abstand ist das Gebot der Stunde, gleichzeitig müssen wir in vielen Bereichen im übertragenen Sinn enger zusammenrücken, damit für die BürgerInnen alles gut funktioniert“, brachte Dr. Michael Fries, der Ärztliche Direktor des St. Vincenz-Krankenhauses, die Lage auf den Punkt. Gleichzeitig nutzte er gemeinsam mit Pflegedirektorin Martina Weich die Gelegenheit, konkrete Wünsche zu formulieren: „Wir brauchen dringend die Nachricht seitens der Politik, dass in den nächsten Wochen ausreichend Persönliche Schutzkleidung (PSA) verfügbar sein wird“, so Fries. Ein Appell, den Pflegedirektorin Weich entschieden bekräftige: „Ich möchte meine MitarbeiterInnen nicht ohne Schutz an die Betten schicken müssen!“

Darüber hinaus konstatierte der Ärztliche Direktor, dass unbedingt weitere Beatmungsgeräte benötigt würden, um die Intensivkapazität noch weiter auszubauen als bisher. Ziel sei es, ca. 60 PatientInnen intensivmedizinisch versorgen zu können. Schon jetzt sei die Möglichkeit zur Beatmung auf das Doppelte des normalen Angebots erhöht worden. Geschäftsführer Guido Wernert teilte mit, dass die Klinik vorsorglich derzeit insgesamt rund 150 Betten freihalte, weil die Anforderungen nicht exakt vorhergesagt werden könnten. Im Kontext dieser Bemühungen registriere man sehr wohl die Unterstützung seitens der Politik und die Zusagen der Bundesregierung mit Festlegung der wichtigen finanziellen Lösungen, um die Versorgungsaufträge aller Krankenhäuser wie auch der ambulanten Gesundheitsanbieter in solch extremen Zeiten zu sichern.: „Diese ist aber auch zwingend notwendig!“

Gleichzeitig informierten Wernert, Privatdozent Dr. Fries und Martina Weich den Landrat als Mitglieder des Krankenhausdirektoriums über weitere vorbereitenden Aktivitäten unter dem Dach des St. Vincenz. So würden die MitarbeiterInnen insbesondere auf den Umgang mit PatientInnen mit Luftnot vorbereitet. Zusätzlich würden MitarbeiterInnen, die länger nicht mehr in diesen Bereichen gearbeitet hätten, für die Arbeit auf den Intensivstationen geschult. Darüber hinaus gebe es ein fertiges Einsatzkonzept, das in Abhängigkeit vom Eintreffen der Menschen mit schweren Erkrankungen in Kraft trete. Auch mit den Nachbarkrankenhäusern stehe man in engem und gutem Kontakt. 

Alle Gesprächspartner des Landrats, darunter auch Betriebsratsvorsitzende Gaby Schäfer, sahen in der Krise auch Chancen: „Wir spüren deutlich das Zusammenrücken und die Solidarität aller Berufsgruppen“, konstatierte Gaby Schäfer. Pflegedirektorin Martina Weich sprach von einem „sehr hohen Einsatz in allen Berufsgruppen“. Sie registriere in den Reihen der MitarbeiterInnen eine „sehr hohe Bereitschaft, für die Menschen da zu sein.“ Auch der Ärztliche Direktor sprach von zahlreichen positiven Signalen aus der Gesellschaft und wertete die aktuelle Lage auch als Option, sich auf Tugenden zu besinnen, die in den letzten Jahren verloren gegangen seien. Guido Wernert, Privatdozent Dr. Fries, und  Martina Weich dankten im Beisein des Landrats explicit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die vielen großen und kleinen Ideen und Anregungen, kreatives Engagement, unbürokratisches Miteinander, kurzum: für außerordentlichen Einsatz, den Jeder und Jede an jeweils seinem/ihrem  wichtigen Einsatzort in einer völligen Ausnahmesituation leiste!